Microsoft Pressekonferenz Zur Präsentation Von Windows 10

Windows 10 – Alles, was Sie über das Windows der Zukunft

Nachtrag vom 24.04.2017: Zweites großes Update: Das Windows Creators Update.

Windows 10 ist mittlerweile das zweit-meist genutzte Betriebssystem weltweit. Im März 2017 hatte das Betriebssystem einen Marktanteil von knapp 26%. Nur noch das mittlerweile in die Jahre gekommene Windows 7 ist mit einem Anteil von 35% aktuell noch auf mehr Rechnern installiert. Im September 2016 hat Microsoft das erste große Update herausgebracht: Das Anniversary Update. Im April hat Microsoft ein weiteres Update herausgebracht. Wir haben uns angeguckt, ob und wie das sogenannte Creators Update zur Sicherheit von Windows 10 beiträgt:

Windows 10 – Die großen Neuerungen auf einen Blick

Das neue Betriebssystem aus dem Hause Microsoft bringt einige Neuerungen in vielen Bereichen mit sich, welche unter anderem die Benutzeroberfläche, das Startmenü, Sicherheitsverbesserungen und die Systemperformance betreffen. Auf den Ersten Blick fällt das neue Startmenü auf, welches die Vorzüge des alten Windows 7-Startmenüs und der bei Benutzern eher unbeliebten Windows 8-Kacheloberfläche in sich vereint. Dieses bringt die gewohnten Funktionen des alten Startmenüs mit sich, es können jedoch auch Windows-Apps als Kacheln in das Menü eingefügt werden. Es wird auch weiterhin eine Kacheloberfläche für Mobilgeräte mit Touchscreen bereitgestellt, auf diese kann bei Bedarf übergangslos umgeschaltet werden.

Mit Windows 10 ist mit Cortana nun auch eine Sprachsteuerung nativ im Betriebssystem enthalten. Cortana ermöglicht das Aufrufen von Programmen, Dateien und Musik, sowie das Versenden von E-Mails via Sprachbefehl. Auch ein neuer Browser namens Edge ist im System enthalten. Dieser ersetzt den Internet Explorer, der zwar auch enthalten ist, aber nicht länger weiterentwickelt wird. Edge arbeitet wesentlich schneller als Internet Explorer, ist benutzerfreundlicher und von der Funktionalität her an den Marktführer Chrome angelehnt.

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Continuum: Kompatibele Windows Phones können mit Monitor, Tastatur und Maus wie ein normaler Desktop verwendet werden

Weitere Neuerungen in Windows 10 sind das Action Center, in dem alle wichtigen Systemmeldungen auf einen Blick sichtbar sind, und Virtuelle Desktops, auf denen Ordner und Programme zur besseren Übersichtlichkeit abgelegt werden können. Die bekannten Apps aus dem Microsoft App-Store werden nun durch Universal Apps abgelöst, diese sind im gesamten Windows 10-Ökosystem lauffähig. Für Entwickler bietet dies den Vorteil, dass nur noch eine einzige Version einer App entwickelt werden muss. Auch zahlreiche Sicherheitsverbesserungen haben ihren Weg in Windows 10 gefunden, unter anderem ein besserer Malware-Schutz und eine vereinfachte Verschlüsselung von Dateien auf der Festplatte. Durch den Service Continuum können in Zukunft Tastatur, Maus und Bildschirm an einige Windows 10-Smartphones angeschlossen werden und es wird annähernd die Funktionalität eines vollwertigen Windows-Desktopsystems ermöglicht.

Einige Features aus den Vorgängerversionen sind jedoch nicht mehr in Windows 10 enthalten. Das Media Center, einen integrierten DVD-Player und die aus Windows 7 bekannten Desktop-Gadgets sucht der Nutzer vergeblich. Für jedes der Features gibt es jedoch Ersatzprogramme, die die gewohnte Funktionalität wieder herstellen.

Windows 10 im Unternehmen

Gerade Unternehmen stellt der Windows 10-Release vor einige wichtige Fragen. Ist der Umstieg für das Unternehmen sinnvoll? Wann soll der Umstieg erfolgen? Welche Vor- und Nachteile bringt der Umstieg für das Unternehmen mit sich?

Windows 10 im Unternehmen

Windows 10 lässt sich in jedes Büro integrieren

Wie jede groß angelegte Migration stehen am Anfang des Windows 10-Upgrades für Unternehmen erst einmal ein finanzieller und personeller Aufwand. Der Umstieg beansprucht Zeit und wertvolle Ressourcen des Unternehmens. Mitarbeiter müssen für das neue Betriebssystem geschult werden, es bedarf einer gewissen Zeit der Eingewöhnung. Den anfänglichen Kosten stehen jedoch auch Einsparpotenziale gegenüber. So entfallen bei einer großen Anzahl von bestehenden Windows 7 und 8-Lizenzen die Anschaffungskosten für das neue Betriebssystem. Durch die vereinheitlichte Plattform wird das mobile Arbeiten vereinfacht, Hemmschwellen werden abgeschwächt und somit die Produktivität erhöht. Mit Windows 10 wird auch der Rollout durch zwei Neuerungen vereinfacht. Durch das In-Place-Upgrade wird die Analyse von Anwendungen, Treibern und Hardware von Windows übernommen. Durch Provisionierung können von Mitarbeiten mitgebrachte Geräte einfach mit einer Enterprise-Version ausgestattet werden.

In Puncto Sicherheit bringt Windows 10 für Unternehmen weitere Vorteile mit sich. Die Verwaltung mobiler Geräte durch die IT ist nun vereinfacht. Es wird eine zwei-Faktor-Authentifizierung geboten, Mitarbeiter können sich mit diversen biometrischen Daten (Gesichtserkennung, Iris-Scan, Fingerabdruck) an ihren Geräten anmelden. Auch ein geräteunabhängiger Datenschutz und ein eingebauter Malware-Schutz für Apps erhöhen die Sicherheit.  Ein letztes, wichtiges Argument für dem Umstieg ist die Tatsache das Auslaufen des Supports für Windows 7. Der grundlegende Support wurde bereits im September 2015 eingestellt, der erweiterte Support endet am 14. Januar 2020.

Letztlich stellt sich die Frage, welche Windows-Version für das Unternehmen geeignet ist. Hier wurden die Versionen von Microsoft übersichtlicher gestaltet. Es gibt lediglich die Home- und Pro-Versionen für Endanwender und die Enterprise- und Education-Versionen für Unternehmen und Bildungseinrichtungen, die das System selbständig an ihre Clients verteilen.

Kritikpunkte – Datenschutz, Updatezwang, Supportzeitraum

Schon im Vorfeld des Windows 10-Releases wurde einige Kritik lautstark und medienwirksam veräußert, unter anderem von Verbraucherzentralen und diversen Medien. Es stellt sich jedoch die Frage, ob die genannten Kritikpunkte vollständig gerechtfertigt sind.

So wurde beispielsweise Windows 10 ein mangelhafter Umgang mit den Daten der Benutzer vorgeworfen. Dieser Vorwurf ist schon angesichts der weit verbreiteten Nutzung von Diensten wie Facebook und Google zu hinterfragen. Unter Windows 10 haben Nutzer im Vergleich zu den genannten Diensten weit mehr Möglichkeiten, auf die Nutzung ihrer Daten Einfluss zu nehmen. Die Datenschutzoptionen sind weitestgehend transparent und können in Windows 10 unter Einstellungen->Datenschutz eingesehen und geändert werden. Der einzige legitime Kritikpunkt in dieser Hinsicht ist, dass Windows 10 in Sachen Datenschutz mit einem Opt-Out-Verfahren arbeitet, d.h., Dienste müssen manuell deaktiviert werden, um den Datenschutz zu verbessern. Mancher Windows 10-Dienst kann jedoch nur unter Verwendung von Nutzerdaten funktionieren, so zum Beispiel die Sprachsteuerung Cortana.

Auch der im Vorfeld oft genannte Updatezwang mag in den Köpfen der Benutzer ein mögliches Hindernis beim Wechsel zu Windows 10 darstellen.  Hierbei unterscheiden sich jedoch die Versionen für Privatanwender und Unternehmen. Während Nutzer der Home-Version keinen Einfluss auf die Installation von Updates nehmen können, gibt es für Unternehmen zusätzlich den Current Branch for Business (CBB), bei dem Updates in längeren Intervallen ausgerollt werden, und den Long Term Servicing Branch (LTSB) für sogenannte missionskritische Systeme (medizinische Systeme, Flug- oder Verkehrssicherung), bei dem lediglich Sicherheitsupdates und Patches und keine Funktionsupdates bereitgestellt werden.

Dem Windows 10-Release vorangegangene Gerüchte eines Abo-Modells haben sich als falsch herausgestellt. Ein solches Update ist derzeitig von Microsoft nicht beabsichtigt und findet sich auch nicht in der EULA wieder. Auch der Supportzeitraum wurde langfristig gestaltet, der Mainstream Support (Neue Funktionen) läuft bis 2020, der Extended Support (Sicherheitsupdates) bis 2025.

Update (28.01.2016): Das hier angegebene Supportende bezieht sich immer auf die „Long Time Servicing Branch“-Version von Windows 10. Für die LTSB-Version, die im Juli 2015 veröffentlicht wurde gelten die oben angegeben Supportzeiträume bis 2020 bzw. 2025. Danach wird der Support für diese LTSB eingestellt. Innerhalb dieses Supportzeitraumes ist es aber möglich auf eine neuere LTSB upzugraden und den Supportzeitraum zu verlänger. Als Beispiel würde so die LTSB aus dem Jahr 2018 wieder einen Supportzeitraum von 10 Jahren erhalten. Alle anderen Versionen (Home, Pro und das „normale“ Enterprise ohne LTBS) werden weiter supportet. Weiterführend finden Sie einen Blogbeitrag der Kollegen von Windowsblog.at am Ende des Artikels.

Fazit: Ist der Umstieg empfehlenswert?

Letztlich stellt sich die Frage, ob angesichts der Neuerungen und Kritikpunkte der Umstieg auf Windows 10 zu empfehlen ist. Während jeder dies nach Abwägung der Vor- und Nachteile diese Frage für sich selbst beantworten muss, spricht einiges für den zeitnahen Umstieg. Das kostenlose Upgrade im ersten Jahr, die zahlreichen Neuerungen, sowie die Vorteile für Unternehmen erleichtern die Entscheidung. Jedoch sollte der Umstieg nicht unüberlegt geschehen, denn trotz des vereinfachten Upgrade-Prozesses bringt jeder Umstieg auf ein neues Betriebssystem mögliche Risiken mit sich. Die Sicherung der vorhandenen Daten sollte hierbei oberste Priorität haben. Es empfiehlt sich, vor der Migration des gesamten Unternehmens Windows 10 auf einzelnen Systemen zu testen. Größtmögliche Sicherheit bietet letztendlich das Hinzuziehen eines externen IT-Dienstleisters. Nur so kann eine sicherer und problemloser Umstieg garantiert werden.

Stefan Joussen

IT Leiter / Teamleiter System Engineering

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