Digitalisierung

Was bedeutet Digitalisierung für den Mittelstand?

Digitalisierung ist eines der Top Themen in der IT-Branche, warum eigentlich? Unser Geschäftsführer Ralph Friederichs beantwortet die Frage in diesem Interview.

Viele mittelständische Unternehmen stehen der „digitalen Transformation“ eher skeptisch gegenüber. Müssen sie Angst haben den Anschluss zu verlieren, wenn sie nicht bald mit der Umsetzung beginnen?

In den vielen Gesprächen die wir mit mittelständischen Unternehmen führen, können wir die Skepsis gegenüber der Digitalisierung feststellen. Es ist aber eigentlich keine richtige Skepsis, es ist eher Unsicherheit und Angst. Für viele Mittelständler ist das Thema gar nicht greifbar. Was heißt eigentlich Digitalisierung und was bedeutet das für mein Unternehmen?  Stellen Sie sich ein mittelständisches Produktionsunternehmen vor. Da geht es ja am meisten um das Produkt. Wo ist da der Ansatzpunkt für eine digitale Transformation? Vielen fällt es schwer, da eine Verbindung zu sehen.

Worauf kommt es denn bei der digitalen Transformation an?

Digitalisierung hat grundsätzlich etwas mit den IT gestützten Prozessen in Unternehmen zu tun. Man muss darauf achten, dass die einzelnen Prozesse individuell an jedes Unternehmen angepasst sind. Das macht es schwierig, konkretere Vorgehensweisen vorzuschlagen. Es gibt dafür kein Patentrezept. Man kann die Ideen nicht einkaufen wie ein Softwarepaket. Die Transformation muss sich aus dem Unternehmen heraus entwickeln. Im Unterschied zu Technologieprojekten, zielt die digitale Transformation eher darauf ab, die Unternehmenskultur zu ändern.

Was ist für Unternehmen der erste Schritt?

Zunächst sollten Unternehmen sich einen Überblick über den Ist-Zustand verschaffen.

  • Wie sind wir aufgestellt?
  • Wo werden heute schon IT-Systeme eingesetzt?
  • An welchen Stellen kann man optimieren, wo gibt es Schnittstellen?

Dann sollte man die Mitarbeiter vom Nutzen der digitalen Transformation überzeugen. Denn Sie wird tief in die Unternehmensabläufe eingreifen und darauf müssen sich die Mitarbeiter vorbereiten. Die Transformation kann nur gelingen, wenn sie von motivierten Mitarbeitern getragen wird. Motivierte Mitarbeiter erkennen in der Regel auch an Ihrem Arbeitsplatz Möglichkeiten zur digitalen Transformation. Denken Sie nur an das papierlose Büro!

Ist es sinnvoll, sich an Unternehmen zu orientieren, die ihre Abläufe bereits erfolgreich digitalisiert haben?

Das halte ich für schwierig, weil es wenig Beispiele gibt von denen man lernen kann. Außerdem sind Unternehmen ja meistens individuell. Risikobereitschaft ist deshalb ein wichtiger Faktor bei der digitalen Transformation. Das Unternehmen muss eine eigene Risikokultur und seine Erwartungen kennen. Was für ein Unternehmen möglich ist, ergibt sich daraus, ob es eher abwartend agiert oder eine Vorreiterrolle einnimmt. Am Anfang steht eine Risikowertung. Die Frage ist: Welche Kosten und Risiken drohen, falls ein Projekt scheitert?

Was ist für diese Bewertung wichtig?

Digitale Transformation heißt, das Geschäftsmodell mithilfe von Technologien zu verändern. Die IT-Lösungen sind größtenteils alle schon vorhanden, sie müssen nur noch zielführend ausgerichtet werden. Hierfür braucht es tiefes Wissen auf der betriebswissenschaftlichen, wie auch auf der IT-Seite. Dafür ist ein enges Zusammenspiel zwischen den Unternehmen und dem IT-Berater notwendig. Nur wenn sich beide Seiten verstehen und auf Augenhöhe reden, kann so ein Projekt zum Erfolg führen.

Muss die digitale Transformation auf einen Schlag in allen Unternehmensbereichen umgesetzt werden?

Nein. Die sogenannte digitale Transformation muss und kann nicht auf einen Schlag in allen Unternehmensbereichen umgesetzt werden. Das ist oftmals ja gar nicht möglich und immer auch eine Budgetfrage. Sie greifen teilweise tief in Arbeitsprozesse ein, verändern die Abläufe und stellenweise die Unternehmenskultur. So etwas braucht Zeit, Augenmaß und eine langfristige Strategie.

Worauf ist dabei zu achten?

Man sollte sich einen mehrstufigen Plan machen und mit den Unternehmensbereichen beginnen, aus denen man den größten Nutzen ziehen kann. Oftmals sind das Bereiche, die auch mit den Kunden zu tun haben. Kunden nutzen digitale Technologien im privaten und beruflichen Kontext. Sie haben deshalb eine gewisse Erwartungshaltung. Wenn ich zum Beispiel mit einem Unternehmen in Kontakt trete und der Kontakt verläuft holprig, weil der Webauftritt unübersichtlich oder das Callcenter schwer zu erreichen ist, ist das keine gute Visitenkarte und erschwert die Kundenbindung.

Haben es größere Unternehmen durch Ihre Kapazität leichter, den digitalen Wandel zu vollziehen?

Das würde ich nicht sagen. Diese Unternehmen haben dementsprechend mehr Personal, dass sie mitnehmen und komplexere Prozesse, die sie digital abbilden müssen. Kleinere Unternehmen sind im Vorteil, weil sie schneller reagieren und ihr Geschäftsmodell einfacher verändern können.

Kleinere Unternehmen können also schneller digitaler werden?

Genau! Im Moment können kleinere Unternehmen diesen Vorteil noch ausspielen. Bei der digitalen Transformation geht es weniger um die Kapazität die man hat, als um die Risikobereitschaft. Das Risiko der kleineren Unternehmen ist weit geringer als bei größeren. Schon allein die Trägheit größerer Unternehmen sorgt dafür, dass ein falscher Schritt den Verlust von mehreren Monaten Arbeit bedeuten kann. Bei kleineren Unternehmen geht das entsprechend schneller.

Haben Unternehmen eine Zukunft ohne digitale Transformation?

Die Frage lautet hier nicht: „Benötigt unser Unternehmen eine digitale Transformation oder nicht?“, sondern: „Wann ist es zu spät dafür?“. Wir werden ja im Grunde getrieben von solchen globalen Veränderungen. Das Tempo bestimmen nicht wir in Deutschland sondern die Spezialisten im Silicon Valley und in Asien. Europa und Deutschland hängen hinterher. Das die Zukunft digitaler wird ist so gut wie sicher. Ob das Unternehmen ohne digitale Transformation eine Zukunft hat ist nicht sicher.

Wie unterstützt CYBERDYNE seine Kunden bei der digitalen Transformation?

Wir sehen uns als vertrauensvoller Berater für unsere Kunden. Als Sparringspartner für seine Ideen und Möglichkeiten. Wir versuchen dabei den Kunden, sein Unternehmen und sein Produkt zu verstehen. Nur so können wir mit Ihm gemeinsam Lösungen hin zur digitalen Transformation entwickeln. Das ist keine klassische IT-Aufgabe. IT beginnt erst im Nachgang. Im ersten Schritt geht es um zuhören, analysieren und verstehen.  Daher starten wir in der Regel auch erstmal mit einer Analyse. Wir schauen uns an, mit welchen IT-Systemen der Kunde arbeitet. Wie IT in die Arbeitsprozesse eingebunden ist und welche Möglichkeiten sich aus den bestehenden Systemen ergeben. Wir reden mit den Mitarbeitern und fragen sie nach ihrer Meinung. Dabei kommen viele gute Ideen zu tage. Das Fach-Know-How ist ja in der Regel vorhanden.  Basierende auf all diesen Erkenntnissen erarbeiten wir zusammen mit der Geschäftsleitung eine Strategie für die digitale Transformation.

Ralph Friederichs

1994 gründete er die heutige CYBERDYNE IT GmbH und ist seit dem alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer des Unternehmens. Ralph Friederichs ist Experte und Berater für Cloud Computing, Digitalisierung und Managed IT Services. In seiner Freizeit beschäftigt er sich mit Online Marketing und ist mit dem Mountainbike unterwegs.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.